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Europa als "Spamschleuder" deutlich vor Asien

Sechs Botnetze für 85 Prozent des Spams verantwortlich

Etwa 85 Prozent der weltweit verschickten Spam-Mails stammen aus nur sechs verschiedenen Botnetzen. Dies hat eine aktuelle Analyse des US-Sicherheitsunternehmens Marshal Limited (http://www.marshal.com) ergeben. Unter einem Botnetz wird dabei ein Netzwerk heimlich gekaperter PCs verstanden, die ohne dem Wissen und Zutun ihrer Besitzer Spam-Mails versenden. Laut Marshal Limited ist das größte Netzwerk dieser Art alleine für 39 Prozent des verschickten Intenet-Spams verantwortlich.

Entgegen gängigen Vorurteilen liegt die USA mit einem Anteil von rund zwölf Prozent am Gesamt-Spam hinten. Das bisher oft als stärkste "Spamschleuder" gehandelte Asien nimmt in der Kontinentwertung nur den zweiten Rang ein, der erste geht mit deutlichem Abstand an Europa.

"Botnetze sind bereits seit einigen Jahren ein weit verbreitetes Phänomen", erklärt Christoph Hardy, Security-Experte beim Sicherheitsanbieter Sophos http://www.sophos.de. Vor allem aufgrund der Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit massenweise Spam-Mails verschicken zu können, seien solche Netzwerke bei Hackern äußerst beliebt. "Zusätzlich vorangetrieben wird dieser Trend durch eine zunehmend hohe Zahl von ungeschützten Computersystemen weltweit", stellt Hardy fest. "Neueste Entwicklung in diesem Bereich ist die Vermietung von Botnetzen für einzelne Spam-Kampagnen. Solche Netzwerke existieren dann nicht mehr dauerhaft, sondern verschwinden nach ihrem Einsatz einfach wieder", schildert Hardy.

"Die Gefahr von Botnetzen besteht zudem darin, dass der Nutzer die Verwendung seines Rechners für schädliche Zwecke gar nicht mitbekommt", erläutert Hardy. Beispielsweise bestehe die Möglichkeit, dass der gekaperte PC in punkto Performance in die Knie gezwungen werde. "Außerdem stehen die so gehackten Rechner dann oft auch wie ein Scheunentor für andere Sicherheitsangriffe offen".
Insbesondere die jüngere Generation sei sich der zunehmenden Risiken des Internets noch zu wenig bewusst. "Während ältere Nutzer mit ihren persönlichen Daten eher vorsichtig umgehen, gehen die jüngeren vielfach zu unvoreingenommen an den PC und das Internet heran", so Hardy abschließend.


pressetext.austria
Redakteur: Markus Steiner
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geschrieben von pressetext.austria am 03.03.2008 um 17:51 Uhr.


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